Maßnahmen für Kommunen und öffentliche Einrichtungen
Der Eichenprozessionsspinner bleibt für Kommunen ein akutes Thema. Seit den 1990er-Jahren hat sich der Nachtfalter bundesweit stark ausgebreitet, sodass bereits jetzt fast 12.000 Meldungen verzeichnet sind. Auch wir beobachten insbesondere im Berliner Raum eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Warn- und Absperrbeschilderungen.
Besonders zwischen Mai und Juli stellen die Raupen ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere dar. Mit dem Ende der Raupenphase ist die Gefahr jedoch nicht gebannt.
Kommunen sind daher gefordert, ihre Bürger auch nach der Raupenphase wirksam über bestehende Gesundheitsgefahren zu informieren und zu schützen. Dies gilt insbesondere für Schulen, Kitas, Spielplätze, Friedhöfe, Radwege und stark frequentierte Grünflächen.

Gesundheitsgefahren verstehen
WARUM DER EICHENPROZESSIONSSPINNER SO GEFÄHRLICH IST.
Ihre Brennhaare enthalten ein Nesselgift, das bei Kontakt gesundheitliche Beschwerden verursachen kann. Sie entwickeln sich während der Raupenphase und werden an die Umgebung abgegeben. Anschließend können sie über Monate bis Jahre in Nestern und deren Umfeld verbleiben und durch den Wind weiterverbreitet werden. Dadurch besteht die Gesundheitsgefahr auch nach der Raupenphase fort. Außerdem werden befallene Eichen häufig auch in den Folgejahren besiedelt, wodurch ein wiederkehrender Handlungsbedarf besteht.
Da die Brennhaare für Menschen nicht sichtbar sind, stellen betroffene Bereiche ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar – insbesondere an Orten, die regelmäßig von vielen Menschen genutzt werden. Ein erhöhtes Risiko besteht dabei vor allem für Kinder, ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege sowie Haustiere.
Mögliche Folgen bei Kontakt:
- Hautreizungen
- Juckreiz
- Augenreizungen
- Atemwegsbeschwerden
- Schwindel
- allergische Reaktionen
SERVICE FÜR KOMMUNEN
AKTUELLEN ENTWICKLUNGSSTAND DER FALTER PRÜFEN.
Mit dem kostenfreien Frühwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes können Sie den modellierten Entwicklungsstand des Eichenprozessionsspinners verfolgen und den geeigneten Zeitpunkt für Monitoring- und Schutzmaßnahmen besser einschätzen.
Sofortmaßnahmen für Kommunen und öffentliche Einrichtungen
Betroffene Bereiche mit geeigneten Verkehrs- und Zusatzzeichen sichtbar kennzeichnen.
Absperrungen einrichten, Wege sperren und Besucherströme lenken.
Bei Bedarf qualifizierte Fachunternehmen mit der Entfernung beauftragen.
1. Gefahrenbereich kennzeichnen

Konnten Raupen frühzeitig entfernt werden, bevor sie Brennhaare entwickelt haben, und liegt keine Belastung durch vorhandene Nester oder Brennhaare vor, reichen häufig temporäre Warn- und Absperrmaßnahmen während der Bekämpfung aus. Hier bieten sich beispielsweise Hohlkammerplatten mit entsprechenden Motiven an.
Anders stellt sich die Situation dar, wenn bereits Brennhaare vorhanden sind oder belastete Nester im Baum verbleiben. In diesen Fällen sind dauerhafte Kennzeichnungen sinnvoll, beispielsweise durch ein Verkehrszeichen mit dem Zusatzzeichen „Eichenprozessionsspinner“.
- Besucher und Passanten werden frühzeitig gewarnt.
- Die Verkehrssicherungspflicht wird unterstützt.
- Absperrungen werden verständlich ergänzt.
- Einheitliche Kommunikation reduziert Rückfragen.
für temporäre Kennzeichnung

Hohlkammerplatten
- günstige Alternative
- in großer Stückzahl verfügbar
- leicht, stabil, wetterfest
- schnelle Montage
- individuell bedruckbar
für dauerhafte Kennzeichnung

Verkehrszeichen 2851 / 2852
- ab Lager verfügbar
- nach StVO gestaltet
- Reflexionsklasse RA1, RA2, RA3
- hohe Sichtbarkeit
- robuste Ausführung
2. Gefahrenbereiche absichern
Befindet sich das Befallsgebiet an einem hochfrequentierten Ort, wie einem Spielplatz, sind zusätzlich temporäre Absperrmaßnahmen erforderlich, um Besucher von belasteten Flächen fernzuhalten und wirksam zu schützen.
Zudem macht die eindeutige Beschriftung, wie etwa „Achtung Eichenprozessionsspinner“, den Anlass und die Notwendigkeit der Absperrung unmittelbar sichtbar und trägt dazu bei, dass Besucher die Maßnahme besser nachvollziehen und den abgesperrten Bereich meiden.
- einzelne Wege sperren
- Aufenthaltsbereiche absichern
- Besucherströme umlenken
- Zugangsmöglichkeiten reduzieren



Das Wichtigste für Verantwortliche auf einen Blick
Ein Befall mit Eichenprozessionsspinnern sollte nicht unterschätzt werden. Neben der fachgerechten Bekämpfung spielt die frühzeitige Information der Öffentlichkeit eine entscheidende Rolle.
Deswegen empfiehlt das Umweltbundesamt professionelle Warn- und Hinweisschilder sowie Absperrungen zu verwenden, um Gefahrenbereiche sichtbar zu kennzeichnen und Menschen vor gesundheitlichen Risiken zu schützen.
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Häufige Fragen zum Eichenprozessionsspinner
Wer haftet bei Schäden durch den Eichenprozessionsspinner?
Grundstückseigentümer und Betreiber öffentlicher Flächen haben grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht. Welche Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sind, hängt von der konkreten Gefahrenlage ab. Eine frühzeitige Kennzeichnung betroffener Bereiche kann dabei helfen, Besucher auf bestehende Risiken aufmerksam zu machen.
Braucht das Zusatzzeichen „Eichenprozessionsspinner“ ein weiteres Verkehrszeichen?
Ja, das Verkehrszeichen 2851 ist ein Zusatzzeichen nach StVO und wird immer in Kombination mit einem Hauptverkehrszeichen verwendet.
Wann sollte ein Befallsgebiet gekennzeichnet werden?
Eine Kennzeichnung sollte erfolgen, sobald ein Befall festgestellt wurde und eine Gesundheitsgefahr für Besucher oder Passanten besteht. Da die Beseitigung häufig nicht unmittelbar erfolgen kann, trägt eine frühzeitige Beschilderung dazu bei, die Öffentlichkeit bis zur fachgerechten Entfernung über mögliche Risiken zu informieren.
Reicht eine Beschilderung aus oder sollte zusätzlich abgesperrt werden?
Das hängt von der jeweiligen Gefährdungslage ab. Da die Brennhaare durch den Wind über mehrere Meter verteilt werden können, kann es erforderlich sein, betroffene Bereiche zusätzlich abzusperren oder Wege zeitweise zu sperren. Beschilderung und Absperrmaßnahmen ergänzen sich dabei sinnvoll.
Welche Ausführung eignet sich für temporäre Befallsgebiete?
Für zeitlich begrenzte Einsätze eignen sich leichte Hohlkammerplatten. Sie lassen sich schnell montieren und flexibel versetzen. Für dauerhaft wiederkehrende Einsatzorte sind Verkehrszeichen aus Aluminium die robustere Lösung.





